Tipps für artenreiche Böden

© Global Warming Images / WWF

Ökologisch wertvolle, einfach umsetzbare Optimierungs- und Aufwertungsmassnahmen im Garten

 

Kategorie 1 (einfach, aber beschränkte Wirkung)

Einheimische Wildblumen pflanzen an Stelle exotischer Blumen. Auch kleinere Flächen mit Wildblumen können schon zusätzliche Nahrung für Bienen und andere Bestäuber bieten. Exotische Blumen hingegen können von heimischen Bienen oft nicht genutzt werden.

Kräuter Garten anlegen. Die Blüten vieler nützliche Küchenkräuter sind ebenfalls willkommene Nahrungsquellen für Bestäuber (Echter Majoran, Lavendel, Pfeffer-Minze, Rosmarin, Zitronen-Melisse)

Regelmässig Garten auf Neophyten (gebietsfremde Pflanzen) kontrollieren und gegebenen Falls rechtzeitig bekämpfen (Beispiele einiger Neophyten finden Sie hier). Neophyten können eine grosse Bedrohung für einheimische Pflanzen-und Tierarten darstellen.

Verzicht auf Dünger, Pestizide und Herbizide. Der Einsatz dieser Mittel reduziert die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren, belastet den Boden und verschmutzt das Sickerwasser. Bienen zum Beispiel leiden stark unter der Verwendung von Pestiziden. Mit einer standortgerechten einheimischen Bepflanzung sind diese Mittel überflüssig.

Brachestreifen stehen lassen (z.B. entlang Grenzen wie Zäune, Mauern, Hecken usw.) und nur alle 2 Jahre abschnittweise mähen. Die Brachstreifen dienen vielen nützlichen Insekten als Kinderstube und Nahrungsangebot. Was wiederum vielen Vogelarten und Igeln zu gute kommt.

Gebüschgruppe mit einheimischen Sträuchern (z.B. Schwarzdorn, Faulbaum oder Kreuzdorn) pflanzen (auch Einzelsträucher sind wertvoll); im Umfeld der Büsche Gras selten mähen. Gebüsche bieten zusätzlichen Lebensraum für Insekten und Amphibien, bei grösseren Gebüschgruppen sogar für Vögel und Fledermäuse. Die Früchte vieler einheimischer Sträucher sind wertvolle Nahrungsquellen für Vögel.

Brennesseln und Brombeeren an besonnten Stellen stehenlassen bzw. fördern. Beide Pflanzen sind Wirtspflanzen für die Raupen von mehreren Schmetterlings-und Nachtfalterarten und Brombeerblüten bieten zusätzlich Nahrung für Bienen und Schmetterlinge. Die Brombeeren, die nicht geerntet werden, bieten natürlich eine zusätzliche Nahrungsquelle für viele Tiere.

Anlage von Holzbeigen, Stein- und Asthaufen und diese danach mind. 3-5 Jahre am selben Ort belassen. Dadurch entsteht Unterschlupf für eine Vielzahl von Tierarten, wie Amphibien, Reptilien, Insekten und sogar Kleinsäuger aber auch Lebensraum für Moose, Flechten und Pilze.

Laubhaufen von zusammengerechten Laub in einer windstillen Ecke des Gartens stehen lassen. Dieser bietet Igeln, Amphibien und anderen Tierarten einen Überwinterungsplatz.

Nisthilfen für Vögel und/oder Fledermäuse anbringen. Viele Vogel-und Fledermausarten leiden zurzeit unter Knappheit an Unterschlupfmöglichkeiten. (katzensicher; 2-Lochkasten mit Marderschutz, Fledermauskasten bei WWF Schwyz beziehbar)

Stängel und abgestorbene Holzstrukturen über Winter stehen lassen. Diese Strukturen dienen vielen Tieren als Überwinterungsquartier. Je nach Grösse können verschiedenste Insekten bis hin zu Fledermäusen die Strukturen nutzen. (Karden, Wegwarten, Brombeeren, Holunder, abgestorbene Äste von Weiden, Obstbäumen usw.)

Neuanlage Komposthaufen oder –silo. Nebst der ökologisch sinnvollen Entsorgung von Grünabfällen wird zusätzlicher Lebensraum für Insekten, Würmer und Pflanzen geschaffen.

Pfähle im Garten aufstellen. (neben kurzgrasiger Fläche oder schütter bewachsenen Stellen) Die Pfähle dienen verschiedenen Vogelarten als Aussichtspunkt für die Nahrungssuche.

Wildbienenhaus aufstellen. (WWF Schwyz verkauft 3 verschiedene Typen) Bietet vielen Wildbienenarten ein Zuhause um den Nachwuchs aufzuziehen.

Offene Bodenstellen lassen sich leicht durch Humusabtrag oder Aufschüttungen an geeigneten Stellen machen. Bieten Wildbienen-und anderen Insektenarten zusätzliche Nistmöglichkeiten.

Auf Katzen verzichten bzw. Glöckchen umbinden Viele Vogel-und Fledermausarten können durch Hauskatzen stark bedroht werden. Alle Katzenliebhaber können den Vögeln mit einem Glöckchen helfen, das dem Vogel hilft die Katze früher wahr zu nehmen.

Flachdächer begrünen. Flachdächer haben grosses Potential für artenreiche trockenwiesen oder einzelne Töpfe mit Blumen oder Kräutern. Dies bietet vielen Insekten, so auch Wildbienen eine Zusätzliche Nahrungsquelle. Zuvor muss aber unbedingt abgeklärt werden, ob die vorgesehene Bauliche Massnahme für das jeweilige Flachdach geeignet und zugelassen ist!

 

 

 

Kategorie 2 (aufwändiger, aber sehr wirkungsvoll)

Anlage Ruderalstandort (farbige, artenreiche Blumen auf Trockenstandort) Dient Bienen und Wildbienen sowie zahlreichen anderen Insekten als Nahrungsquelle und teilweise als Lebensraum.

- Humus muss zu 100%! entfernt werden; anschliessend wird mageres Substrat eingebracht; Schichtdicke mind. 20 cm (besser 25)

- Aussaat mit Blumenmischung für Ruderalstandort (nur einheimische Arten verwenden)

- periodisches Jäten von Problempflanzen (Neophyten)

- Idealer Zeitpunkt: Bei Neu- oder Umbauten mit Erdverschiebungen

- Ideale Orte: wenig genutzte Bereiche im Garten

Anlage Trockensteinmauer (Merkblatt bestellen oder Fachperson beiziehen) Dient Reptilien, Amphibien, Wildbienen und anderen Insektenarten sowie bestimmten Pflanzenarten als Lebensraum oder Überwinterungsquartier.

Anlage Blumenwiesenbereich (idealerweise mehr als 16 m2)

- gut besonnte Stelle mit möglichst wenig Humus auswählen, mit Spaten umstechen und/ oder gut fräsen und aus ebnen (z.B, mit Rechen); anschliessend einsäen. Unkrautschnitt im ersten Jahr nötig!

-oder mit magerem Substrat (z.B. Aushub) eine neue Fläche schaffen; Schichtdicke mind. 20-25 cm

- Aussaat mit Blumenwiesenmischung mit einheimischen Arten. Idealer Zeitpunkt: Bei Neu- oder Umbauten mit Erdverschiebungen

- Ideale Orte: wenig genutzte Bereiche im Garten

Hecken mit Krautsaum pflanzen (Merkblatt bestellen oder Fachperson beiziehen) Eine Hecke bietet eine Vielzahl an Lebensräumen für Vögel, Amphibien, Reptilien und Insekten. Zusätzlich kann sie als Orientierungshilfe oder Leitlinie für Vögel, Fledermäuse und Bienen bei der Nahrungssuche oder Wanderungen dienen. Vom Krautsaum wiederum profitieren andere Arten, vor allem Insekten.

Anlage Feuchtbiotop (Merkblatt bestellen oder Fachperson beiziehen) Teiche sehen nicht nur schön aus sondern stellen auch Lebensraum für zahlreiche Amphibien, Insekten und Pflanzen dar.

Sitzplatz Ist im Garten ein Sitzplatz geplant, ist ein Kiesplatz besser als eine versiegelte Fläche mit Platten. Kies versiegelt die Oberfläche nicht und sauberes Regenwasser läuft nicht in die Kanalisation ab. Zusätzlich gib es sogar gewisse Tiere die den Kiesplatz als Lebensraum nutzen können.

  

.hausformat | Webdesign, TYPO3, 3D Animation, Video, Game, Print